Diese Seite befasst sich mit Tips für die Qualität des Vortragsstils und Probedurchläufen. Grundsätzliches zum Thema Vortrag findest du auch auf der Seite ["Referat"].
Der Vortragsstil
Jeder hat seinen individuellen Charakter und wird sich mit seinem individuellen Vortragsstil wohl fühlen - keiner will dich in eine Rolle pressen, die dir nicht passt. Dennoch seien dir folgende Tips gegeben, wie du die Qualität deines Erscheinungsbildes aufbessern kannst:
Einführung
Der Vortrag sollte frei gehalten und nicht abgelesen werden. Als Leitfaden kann man sich an Stichpunkten orientieren (auch, um nicht den Faden zu verlieren), die man entweder auf KarteiKarten oder einem Blatt zusammengefasst hat.
Während dem Vortrag eines ["Referat"]s ist es sehr wichtig, dass der Referent Blickkontakt mit den Zuhörern hält. So hat der Referent einen besseren Kontakt zum Auditorium und kann die Reaktionen der Zuschauer gut wahrnehmen. Außerdem wirkt der Vortrag in dieser Form wesentlich lebendiger. Der Referent sollte im Stehen vortragen, um besser agieren zu können und um einen besseren Überblick über die Zuschauer zu haben.
- Man muss dem Zuhörer nicht zwingend das Gefühl vermitteln, schlauer zu sein. Egal, wem die Rede gilt – ein erfolgreicher Rhetoriker bringt neben gesunder Selbsteinschätzung (=Selbstbewusstsein) immer eine große Portion Wertschätzung mit. Dann stimmt das zwischenmenschliche Verhältnis.
- Manchmal verhaspelt man sich. Na und? Lass dir Zeit! Niemand drängt dich, niemand hat es eilig. Immer mit der Ruhe. Zwischen langen Sätzen oder Abschnitten kann man kurze Pausen einlegen, um den Zuhörern die Chance zu geben, das Vorgetragene zu verinnerlichen. Diese Denkpause für die Zuhörer kann man auch nutzen, um auf seine Notizen zu schauen.
Es sollten [:MedienEinsatz:Visualisierungs-Hilfsmittel] wie Folien, KreideTafel, Modelle oder Präsentationen wie MicrosoftPowerpoint verwendet werden. Hinweise gibt es auf MedienEinsatz und GliederungDesReferats.
Es dürfte jedem klar sein, dass man nicht im Licht des [:Beamer:Beamers] oder des [:OverheadProjektor:Overheadprojektors] stehen sollte.
- Wenn dir danach ist, darfst du gerne Witze einbauen - dies kann die Stimmung und Qualität aufwerten. Du darfst aber nicht unbedingt erwarten, dass jemand lacht - nicht enttäuscht sein, wenn der Witz oder die Pointe nicht so ankommt wie erwartet. Sich selber nicht zu ernst und es locker nehmen.
- Du solltest dich wohl fühlen. Ziehe an, was zu dir passt - z.B. bequeme Kleidung.
- Zu Beginn oder am Ende des Vortrags kann man eine kurze inhaltliche Zusammenfassung in Form eines ["Handout"]s an die Zuhörer austeilen.
Da beim freien Vortragen eines [:Referat:Referats] die Zeitplanung schwierig einzuhalten ist, sollte man darauf achten, nicht die vorgesehene Zeit zu überschreiten.
Dos & Don'ts
Dos:
- Vor dem ["Referat"] könnte man sich im Raum probeweise positionieren um zu testen, welche Stelle am geeignesten für sich selber und das Publikum sein könnte. Dies ist ganz wichtig um die Aufmerksamkeit der Zuhörer optimal lenken zu können und sich selber eine gewisse Sicherheit verschaffen
- Vor dem Beginn: abwarten bis die Zuhörer bereit sind
- Sich kurz vorstellen
Überzeugend vortragen, mit einem freundlichen und selbstbewussten Auftreten. Bei Unsicherheiten kann es helfen, dies den Zuhörern vor Beginn zu sagen, z.B. "Sorry, wenn ich mich verhaspele oder zu schnell spreche - ich bin gerade etwas nervös." (siehe auch unter AngstVormReferat)
Der erste Satz eines [:Referat:Referats] soll das "Ohr öffnen". Es soll mit einer Frage, Provokation o.Ä. das Interesse des Rezipienten geweckt werden bzw. an einer Uni die Leute teilweise aus dem Halbschlaf wecken
- Sich klar und deutlich ausdrücken (auch auf die Lautstärke achten)
- Ganz wichtig: langsam reden! Es kommt gedanklich wirklich keiner mit, wenn man zu schnell redet!
- Das eigene Interesse für das Thema und die Relevanz des Vortrags vermitteln
- Füllwörter oder Floskeln versuchen zu vermeiden (bzw., natürlich, etc.)
- ["Tabelle"]n, Schaubilder etc. ausführlich erklären
- Versuchen, die Inhalte knapp, aber interessant zu vermitteln
- Das Publikum an Hand von Interaktionsphasen einbeziehen (z.B. Fragen an die Zuhörer)
- Sachverhalte durch lebensnahe Beispiele veranschaulichen
Sich am Ende für die Aufmerksamkeit der Anwesenden zu bedanken gehört zum guten Ton
- Ein natürliches, gesundes Maß an Körpersprache kann ansprechend wirken - lächeln ist auch erlaubt
- Der letzte Satz sollte die Botschaft des Vortrages/ Referat vermitteln! Was will man den Leuten mit auf den Weg geben? Was bleibt den Leuten im Gedächtnis?
Don'ts:
- Zu viel Körpersprache lenkt ab; auch ein permanentes Herumlaufen oder "Rumzappeln" kann störend wirken
- Undeutliches oder zu schnelles Sprechen
- Den Blicken der Zuhörer ausweichen
- Den Zuhörern den Rücken zuwenden ("zur Wand reden")
- Fremdwörter, Symbole, Abkürzungen nach Möglichkeit vermeiden. Wenn nötig: Ausreichend erklären.
- Verwendung von zu vielen ["Tabelle"]n, Schaubildern etc. oder zu rascher Wechsel des Informationsmaterials
- Nebensächlichkeiten vortragen
- Der letzte Satz sollte kein: Danke für ihre Aufmerksamkeit sein (Dies ist Funktion des vorletzten Satzes)
Für die richtige Visualisierung siehe MedienEinsatz
Für Profis
Fortgeschrittene und gute Redner mit Spass am Begeistern und Mitreißen sollten mal unter dem Begriff rhetorische Mittel nachschlagen. Besonders leicht bleiben Inhalte, Erzählungen oder Argumente im Kopf hängen, die z.B. über bildhafte Vergleiche und Metaphern dargeboten werden. Auch Hyperbel (Übertreibung, z.B.: Die Beamten arbeiten im "Schneckentempo"), Anapher (Wiederkehr desselben Wortes/Wortgruppe zu Beginn aufeinanderfolgender Sätze, um die Gedanken durch die rhythmische Wiederholung eindrucksvoll einzuprägen) und etliche andere Mittel können -geschickt angewandt- elektrisieren. Deren Anwendung sollte natürlich nicht übertrieben werden und (offensichtlich) künstlich erscheinen.
Wichtig ist auch dass keine Monotonie aufkommt. Hier sind Positionswechsel, Variation von Sprechgeschwindigkeit, sowie Variation von Stimmlage und Lautstärke angebracht. Wichtige Aussagen sollten durchaus wiederholt werden.
Probedurchlauf
Bevor man sein ["Referat"] hält, sollte man es zunächst mehrere Male laut Probesprechen. Das Üben schult die [:AngstVormReferat:Selbstsicherheit] und Konzentrationsfähigkeit. Beim Probedurchlauf sollte auf den oben empfohlenen Vortragsstil geachtet werden. Dies können auch Andere übernehmen, denn am besten übt man das Referieren vor einem Publikum, z.B. Kommilitonen oder Freunden. Diese können einem Fehler klar machen, die einem selber nicht auffallen. Wenn man Probedurchläufe alleine durchführt, dann sollte man dies zwar in jedem Fall laut tun, aber besser nicht vor dem Spiegel: Dort empfindet man sich schnell als komisch und das kann runterziehen, wenn man es nicht gewöhnt ist. Alleine laut zu referieren erweckt zwar auch den ungewohnten Eindruck "Selbstgespräche" zu führen, aber auch das ist eine gute Übung, um sprachliche Schwierigkeiten und Schüchternheit abzubauen.
Beim Durchführen der Probedurchläufe sollte auf die Zeitabstimmung geachtet werden. Liegt die Vortragsdauer meines [:Referat:Referats] ungefähr in der mit dem Dozenten abgesprochenen Dauer? Zum anderen kann man durch das Probesprechen den Einstieg in das Referat vorbereiten und die Übergänge zu der jeweils nächsten Folie üben.
Eine gute Unterstützung zur Übung des freien Vortragens während der Probedurchläufe sind auch die Tips auf der Seite KarteiKarten.
Eine weitere gute Methode zum ReferateÜben ist die Microteaching-Methode. Schaut mal unter ReferateÜben nach..
- Du vermisst hier noch weitere Informationen? Alles weitere zum Thema Vortrag gibt es auf der Seite ["Referat"].
Diskussion
Sehr gelungene Seite, die Verlinkung zu MedienEinsatz passt super. Zum Thema verhaspeln könnte man vielleicht noch ergänzen, dass es nicht schlimm ist in einer kurzen Pause nochmal seine Stichpunkte auf der KarteiKarten anzuschauen. Was hälst du davon? Grüße -- StefanLaura DateTime(2007-01-15T11:45:32Z)
Hallo Laura, ich habe mal so einen Satz eingefügt. Schau mal ob er Dir gefällt, ansonsten ändere ihn einfach ab. Grüße, -- BettinaMichno DateTime(2007-02-01T22:40:50Z)
