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[:AnnaHerbst/ForschungsArbeit/ForschungsMethode: Methodisch] habe ich mich dazu entschlossen für meine [:AnnaHerbst/ForschungsArbeit: Forschungsarbeit] ein Modell heranzuziehen, welches beschreibt aus welcher Motivation heraus das Wiwa genutzt wird und die in der Theorie enthaltenen Nutzertypen mit der tatsächlichen Nutzung abzugleichen. Hierzu habe zunächst den Artikel von [:KoenigMüllerNeumann2007: Koenig, Müller und Neumann] bearbeitet, da diese sich nach dem Ende des [:ErstesSemester: ersten Semesters] schon mit dieser Thematik auseinandergesetzt und drei Modelle von im Wiwa vertretenen Nutzertypen herausgearbeitet haben. Für meine Arbeit kommt nur eines dieser Modelle in Frage. Dennoch möchte ich alle drei kurz vorstellen um deutlich zu machen, warum ich dieses Modell gewählt habe, da ich aufgrund dieser Entscheidung die Theorie der [:IntrinsischeMotivation: intrinsischen] und [:ExtrinsischeMotivation: extrinsischen Motivation] meiner weiteren Arbeit zugrunde gelegt habe.

Nutzertypen nach KoenigMüllerNeumann2007

Anchor(Nutzertypen) Die drei Modelle der Nutzertypen kommen je nach Lesart des Artikels zustande.

Modell 1 BR Wenn man sich das Modell des zyklischen Prozesses ansieht lassen sich als Nutzertypen feststellen:

  1. der Veröffentlicher von Text
  2. der Leser
  3. die überarbeitende Community

Modell 2 BR Geht man von der Motivation der Nutzer aus, dann lassen sich folgende Typen feststellen:

  1. [:ExtrinsischeMotivation: vermittelt extrinsisch motivierte Nutzer]

    • Dieser Nutzertyp erhofft sich Anerkennung und Status innerhalb des Projekts, will seine Qualifikation unter Beweis stellen, sein Ego boosten. Die Motivation ist also nicht gegenstandsbezogen.
  2. [:ExtrinsischeMotivation: extrinsisch motivierte problemorientierte Nutzer]

    • Dieser Nutzertyp ist mit einem Problem konfrontiert und sieht für sich einen realen Nutzen darin zu helfen das Problem zu lösen/ zu beheben. Die Motivation ist gegenstandsbezogen und extrinisch motiviert.
  3. [:IntrinsischeMotivation: intrinsisch motivierte expansiv arbeitende Nutzer]

    • Dieser Nutzertyp hat Spaß an der Arbeit im Wiwa und erzielt durch die kollaborative Arbeit einen Lerneffekt. Der Nutzer zieht einen privaten Nutzen aus der Arbeit im Wiki.
  4. durch externe Rahmenbedingungen motivierte Nutzer
    • Dies ist ein sehr untypisches Nutzungsverhalten für Wiki Communities, welches sich aus der Nutzung im Seminarkontext ergibt. Der Nutzertyp ist am Scheinerwerb interessiert, nicht an der Arbeit im Wiki.

Modell 3 BR Betrachtet man das Wiwa unter dem Aspekt der Herkunft der Nutzer lassen sich drei Nutzertypen finden:

  1. die TeilNehmer des Seminars

  2. die Dozenten
  3. Außenstehende (Studenten und Dozenten der TUD)

Zu Modell 1.: BR Hier stellt sich direkt das Problem, dass alle drei Tätigkeiten im Wiwa von jedem Nutzer ausgeführt werden. Außerdem beschreibt das eher WIE das Wiki benutzt wird/ wie gearbeitet wird, ich will aber untersuchen WARUM die Leute ins Wiki kommen, also was sie hier erhoffen vorzufinden.

Zu Modell 2.: BR Dieses Modell trifft meine Frage nach dem WARUM. Als theoretische Grundlage kann ich mir diesen Ansatz gut vorstellen. Daher werde ich im nächsten Abschnitt die Theorie der [:IntrinsischeMotivation: intrinsischen] und [:ExtrinsischeMotivation: extrinsischen Motivation], die Grundlage für dieses Nutzungsmodell ist, vorstellen.

Zu Modell 3.: BR Dieses Modell fragt nur nach der Herkunft der Nutzer - also WER das Wiwa nutzt - nicht nach ihrer Motivation.

Entscheidung BR Da weder Modell 1 noch Modell 3 sich eignen um die Motivation der Nutzer zu erklären, werde ich im Folgenden mit Modell 2 weiterarbeiten.

Statistische Erhebung

Mit Hilfe einer [:AnnaHerbst/ForschungsArbeit/StatistischeErhebung: statistischen Erhebung] wird überprüft, ob die dargestellten Nutzertypen auch tatsächlich im Wiwa zu finden sind, also ob sie verifiziert oder falsifiziert werden können. Hierfür wird der Fragebogen zunächst dahingehend ausgewertet, ob die Motivation der Nutzer eher [:ExtrinsischeMotivation: extrinsischer] oder [:IntrinsischeMotivation: intrinsischer] Art ist. Dies geschieht anhand einer [:AnnaHerbst/ZuordnungExtrinsischIntrinsisch: Zuordnung] der Fragen zum jeweiligen Motivationstyp. Anschließend werden die konkreten Nutzertypen (ebenfalls anhand einer [:AnnaHerbst/ZuordnungFragenNutzertypen: Zuordnung] der in Betracht kommenden Fragen) untersucht, mit dem Schwerpunkt auf den jeweiligen Eigenheiten, nicht auf [:ExtrinsischeMotivation: extrinsischer] und [:IntrinsischeMotivation: intrinsischer Motivation]. In einem Vergleich der beiden Auswertungen soll dann geklärt werden, ob die Nutzertypen verifiziert werden können.

Ergebnisse

Trotz einiger [:AnnaHerbst/ForschungsArbeit/StatistischeErhebung/Probleme: Probleme], die bei der Auswertung des [:AnnaHerbst/Fragebogen: Fragebogens] zu Tage getreten sind, wird im Folgenden mit den gewonnenen Daten gearbeitet. Ich gehe davon aus, dass aufgrund der Entdeckung der Probleme verfälschende Aspekte weitestgehend ausgeräumt werden konnten.

Motivationstyp

attachment:Motivation.jpg

Wie man ersehen kann ist die Motivation der Nutzer insgesamt eher [:IntrinsischeMotivation: intrinsischer] Natur. Die Werte für ExtrinsischeMotivation sind durchgehend gering. Dennoch lässt sich feststellen, dass die Teilnehmer sich nicht eindeutig einer Motivationsart zuordnen lassen, ihrer Motivation stets eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Mischform zugrunde liegt. Insofern müssen die Einflussfaktoren für beide Arten der Motivation berücksichtigt werden, wenn das Wiwa motivationsunterstützend überarbeitet werden soll.

Flow

attachment:Flow.jpg

Aus dem Diagramm kann entnommen werden, dass der überwiegende Anteil der Teilnehmer (12) ein [:Flow: Flowerlebnis] bei der Arbeit im Wiwa hatte. Dies spricht dafür, dass die jeweiligen Teilnehmer [:IntrinsischeMotivation: intrinsisch motiviert] waren, bzw. ihre IntrinsischeMotivation gefördert wurde, da das Erleben von Flow ein typisches Merkmal intrinsischer Motivation darstellt. Im Vergleich mit den über den Motivationstyp gewonnenen Ergebnissen ergibt sich jedoch, dass nur drei der deutlich [:IntrinsischeMotivation: intrinsisch motivierten] Teilnehmer ein Flowerlebnis hatten, umgekehrt jedoch vier der eher [:ExtrinsischeMotivation: extrinsisch motivierten]. Dies deckt sich noch mit den Ergebnissen aus der Auswertung der Motivationstypen, da auch dort festgestellt werden konnte, dass die Teilnehmer eher [:IntrinsischeMotivation: intrinsisch motiviert] waren.

Die Intensität des Flowerlebnisses scheint allerdings unabhängig von der Art der Motivation zu sein. Der Teilnehmer mit dem geringsten Anteil [:IntrinsischeMotivation: intrinsischer Motivation] (TN 17) hatte ein recht deutliches Flowerlebnis bei der Arbeit im Wiwa. Teilnehmer 2 und 5 hingegen, die zu den Teilnehmern mit den höchsten intrinsischen Werten gehören, hatten nur ein schwaches Flowerlebnis.

Des Weiteren scheint das Flowerlebnis kaum Einfluss auf die Stärke der Motivation zu haben, da alle drei eher wenig motivierten Teilnehmer ein solches Erlebnis hatten. Umgekehrt hatte ein Teil der hochmotivierten Teilnehmer ein eher niedriges Flowerlebnis.

Diesem Aspekt müsste noch einmal vertiefend nachgegangen werden, sinnvollerweise durch eine erneute Evaluation, was allerdings im Rahmen dieser Arbeit nicht geleistet werden kann.

Nutzertyp

Kategorien

Bei der Zuordnung der Teilnehmer zu den Nutzertypen ergaben sich drei Kategorien, die im Folgenden exemplarisch an drei Teilnehmern dargestellt werden:

Kategorie 1

attachment:TN3.jpg

Kategorie 2

attachment:TN14.jpg

Kategorie 3

attachment:TN10.jpg

Nutzertypen

Im Folgenden soll nun für jeden Nutzertypen dargestellt werden, wie viele Teilnehmer ihm zugehören und wie stark die Ausprägung der Zugehörigkeit ist. Teilnehmer der Kategorie 2 werden dabei mehrfach berücksichtigt. Diese Zuordnung soll dazu dienen festzustellen, ob es Nutzertypen gibt die besonders häufig bzw. besonders selten vorkommen.

attachment:Nutzertyp1.jpg

attachment:Nutzertyp2.jpg

attachment:Nutzertyp3.jpg

attachment:Nutzertyp4.jpg

Die Diagramme zeigen deutlich, dass alle vier Nutzertypen etwa gleich stark vertreten sind. Daher müssen im Folgenden alle Nutzertypen berücksichtigt werden. FootNote(Im Folgenden unberücksichtigt bleibt allerdings der durch äußere Rahmenbedingungen motivierte Nutzer, da das Wiwa Seminar abgeschlossen ist und die jeweiligen Seminarteilnehmer entweder nicht mehr im Wiwa mitarbeiten oder einem weiteren Nutzertyp angehören und aus dieser Motivation heraus weiter mitarbeiten)

Verifikation/ Falsifikation

Die Überprüfung der angenommenen Nutzertypen hat ergeben, dass alle vier tatsächlich im Wiwa zu finden sind. Allerdings scheint eine allzu strikte Trennung der Nutzertypen nicht möglich, da alle Teilnehmer mehreren Nutzertypen angehören. Bei den Teilnehmern der Kategorie 2 lässt sich zwar klar erkennen, welchem Nutzertyp sie hauptsächlich angehören, dennoch sind auch hier stets Anteile der anderen Nutzertypen enthalten. Dies lässt sich an dem folgenden, ansonsten recht unübersichtlichen, Diagramm gut erkennen:

attachment:NutzertypenGesamt.jpg

Desweiteren scheinen die Nutzertypen die Motivationsgrundlagen der Nutzer gut abzudecken, da bis auf eine Person alle mindestens einem Typ zugeordnet werden konnten. Bei der Zuordnung zu einem Nutzertyp musste dabei mindestens ein Wert von 0,5 (bei einem Maximalwert von 1,0) erreicht werden. Auf diese Weise sollen mögliche Fehlerquellen, bedingt durch [:AnnaHerbst/ForschungsArbeit/StatistischeErhebung/Probleme: Probleme] mit dem zugrunde liegenden [:AnnaHerbst/Fragebogen: Fragebogen], ausgeschlossen werden. Eine Erweiterung der Nutzertypen erscheint daher nicht notwendig.

Im Vergleich der Nutzertypen mit den Motivationstypen lässt sich feststellen, dass obwohl die Teilnehmer insgesamt eher [:IntrinsischeMotivation: intrinsisch motiviert] sind, die Tendenzen mit den Nutzertypen übereinstimmen. Diejenigen, die einen hohen Anteil an [:IntrinsischeMotivation: intrinsischer Motivation] aufweisen lassen sich auch dem intrinsisch expansiv motivierten Nutzertypen zuordnen. Umgekehrt lassen sich diejenigen, die einen relativ hohen Anteil an [:ExtrinsischeMotivation: extrinsischer Motivation] aufweisen einem (oder mehreren) der drei anderen Nutzertypen zuordnen. Die Teilnehmer 5, 2 & 18 haben die höchsten [:IntrinsischeMotivation: intrinsischen] Werte und weisen eine hohe Korrelation mit dem intrinsisch expansiv motivierten Nutzertyp auf. Teilnehmer 17, 7 & 9 weisen die höchsten [:ExtrinsischeMotivation: extrinsischen] Werte auf, allerdings sind diese bei weitem nicht so hoch wie die soeben genannten intrinsichen Werte. Dementsprechend verwundert es nicht, dass hier auch die Korrelation mit den Nutzertypen nicht so deutlich ist. Teilnehmer 10, der insgesamt eine sehr niedrige Motivation aufweist lässt sich aufgrund zu niedriger Werte auch keinem der Nutzertypen zuordnen.

Insgesamt müssen die von KoenigMüllerNeumann2007 beschriebenen Nutzertypen also falsifiziert werden, da nahezu jeder Teilnehmer mehreren Nutzertypen angehört. Sie können im Folgenden dennoch zur Beschreibung der Konsequenzen für das Wiwa herangezogen werden, da bis auf einen alle Teilnehmer in den Nutzertypen wiederfinden lassen. Insofern müssen bei der Untersuchung von [:AnnaHerbst/ForschungsArbeit/EinflussFaktoren: Einflussfaktoren] und den [:AnnaHerbst/ForschungsArbeit/FörderungMotivation: Schlussfolgerungen] alle Nutzertypen berücksichtigt werden.


AnnaHerbst/ForschungsArbeit/NutzerTypen (last edited 2007-11-22 16:37:58 by AnnaHerbst)