Angst vor dem Referat?
Zuerst einmal: Du bist nicht allein! Wahrscheinlich gibt es kaum eine/n Student/in, der/die vor einem ["Referat"] nicht nervös war oder sich Gedanken darüber gemacht hat, ob das ["Referat"] "richtig" sein wird, wie es laufen wird oder was schief gehen könnte. Diese Gedanken kann man getrost als Lampenfieber bezeichnen. Manchmal allerdings kann man gar nicht mehr anders, als nur noch an das ["Referat"] zu denken, insbesondere wenn es das Erste an der Uni ist oder man vielleicht schon einmal ein ["Referat"] verhauen hat. Viele dieser Selbstzweifel sind auf ein geringes Selbstbewusstsein zurückzuführen und nicht auf eine Unfähigkeit, ein gutes ["Referat"] zu halten. Meist sind es auch nur Kleinigkeiten, die über ein gutes ["Referat"] entscheiden. Übung macht den Meister! Nun erst mal ein paar Tipps zum Thema Selbstbewusstsein:
Wie kann ich Selbstbewusstsein gewinnen?
Gute Vorbereitung
Ja, es gibt sie tatsächlich: Eine einfache Möglichkeit, seine eigene Unsicherheit und Aufregung stark zu minimieren und im Gegenzug mehr Selbstbewusstsein beim ["Vortrag"] zu erreichen: Eine gute Vorbereitung. Wer sich wirklich gut vorbereitet, dem kann im Rampenlicht nichts passieren. Wie diese gute Vorbereitung aussehen kann, erfährst du auf der Seite ["Referat"].
Probedurchläufe
Einen Teil kann man durch gute Planung und vor allem [:Vortrag:Probedurchläufe] auffangen (möglichst vor anderen, wenn allein, dann nicht vor dem Spiegel, da findet sich fast jeder doof, das zieht eher runter, wenn man es nicht gewöhnt ist). Für Ängstliche ist das wohl immer sehr empfehlenswert. Grade wenn man das ["Referat"] Probe spricht, fällt einem auf, wo man inhaltlich oder sprachlich "hängt" und kann das dann noch beheben. Da fühlt man sich gleich sicherer. Schon in der Planungsphase und im Probevortrag sollte man auf sein [:ZeitManagement:Zeitmanagement] achten.
Vorbesprechung mit dem Dozenten
Eine VorbesprechungMitDozent durchführen: Das kann Missverständnisse oder falsche Erwartungen auf beiden Seiten vermeiden und auch methodische Tipps oder Tipps zum Umfang gibt es von guten Dozenten. Je genauer schon die Planung für das ["Referat"] oder die zu gestaltende Stunde vorliegt, desto fruchtbarer ist eine Vorbesprechung mit dem Dozenten. Große Katastrophen kann man so fast 100%ig vermeiden. Wenn die Angst vor dem Dozenten besteht (siehe auch weiter unten), z.B. vor persönlicher Abwertung o.ä., ist das natürlich nur begrenzt möglich. Bei der Veranstaltungsleitung um einen Beratungstermin zu bitten ist aber wohl in der Regel immer eine gute Idee.
Erste-Hilfe-Tipps bei speziellen Ängsten und Hemmungen
Probleme mit dem freien Sprechen
- Hier lautet die Devise: Üben, üben, üben! Sprich das ["Referat"] einfach mehrere Male durch (zu Anfang erst mal alleine, später vor Dir vertrauten Menschen), so dass Du es schon fast auswendig kannst. Wenn Du dabei Fehler machst, solltest Du Dich nicht jedes Mal dafür schlecht machen. Wie wäre es, stattdessen einfach mal herzhaft über sich selbst zu lachen? Das befreit und löst Verspannungen. Außerdem: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Selbst sehr gute Professoren versprechen sich mal, warum sollte Dir das nicht auch mal passieren (dürfen)?
Angst vor dem Publikum
Du hast Angst, dass Dein Publikum sich über Dich lustig machen oder Dich mit fiesen Fragen quälen könnte? Auch hier gilt, dass eine gute Vorbereitung wohl das A & O ist, um solche Ängste erst gar nicht zuzulassen. Ich habe es außerdem noch nie erlebt, dass ein Zuhörer den Referenten ernsthaft "reinreißen" wollte. Man sollte sich auch darin üben, sachliche Bemerkungen nicht sofort als persönlich aufzufassen. Und wenn doch mal eine gemeine Frage kommt, dann sagst Du einfach ganz lässig: "Danke, das ist ja ein interessanter Ansatz, den man vertiefen könnte. Was meinen denn die anderen dazu?" Und schon bist Du gerettet!
Angst vor dem Dozenten
- Gehört Dein Dozent zu der eher bissigen Sorte? Findest Du Ihn aus unerfindlichen Gründen einfach nur unsympathisch? Hier bleiben Dir wohl nur zwei Optionen: Weitermachen oder aussteigen! Falls Du Angst vor dem Dozenten hast, weil er andere Studenten für ihr ["Referat"] niedergemacht hat, solltest Du Dich vielleicht bei ihm erkundigen, worauf er besonders Wert legt. Damit ist nicht gemeint, dass Du Dich einschleimen sollst. Ich würde es eher als zusätzlich nötige Vorbereitung ansehen, um sich im Gespräch ein Bild vom Dozenten machen zu können. Vielleicht ist er ja doch nicht so schlimm? Wenn der Dozent Dein ["Referat"] später trotzdem nicht gut fand, hast Du wenigstens von Deiner Seite aus alles Mögliche getan.
Blackouts
- Du hast Angst vor dem Referat und kannst in der Nacht davor kaum schlafen? Du fühlst Dich beim Betreten des Raumes wie in einem Haifischbecken? Dein Puls rast, Dein Kopf wird leer und Du wünschst Dich nur noch an einen sicheren Ort? Das hört sich stark nach der Angst vor einem Blackout an. Aber: Du hast es in der Hand, solche Gefühle zu vermeiden! Wie schon mehrmals erwähnt, ist die gute Vorbereitung auf ein ["Referat"] schon die halbe Miete. Wenn Du Dich inhaltlich sicher fühlst, kann doch eigentlich gar nichts schiefgehen, oder? Meist sind starke negative Gefühle mit Versagensängsten, der Angst sich zu blamieren oder peinlich zu wirken und einer generellen Unsicherheit (siehe Abschnitt "Wie kann ich Selbstbewusstsein gewinnen?") gekoppelt. Falls Du in anderen Bereichen Deines Lebens auch solche Probleme und gleichzeitig das Gefühl hast, diese alleine nicht in den Griff zu bekommen, solltest Du Dir überlegen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Vielleicht liest Du Dir noch mal den vorherigen Abschnitt über "Professionelle Hilfe" durch.
Körperliche Probleme
Schwitzige Hände? Keine Sorge, das verschwindet schnell wieder. Außerdem musst Du beim Referieren ja keinem die Hand geben
- Rote Birne? Nicht versuchen, das Rotwerden aufzuhalten. Einfach akzeptieren und sich innerlich sagen: "Okay, ich werde rot, was soll's, ich mache jetzt einfach weiter und gleich denke ich nicht mehr daran, dann ist es auch schon vorbei!"
Probleme mit der (Fach-)Sprache
- Schwierige Wörter nachschlagen und die Aussprache mehrmals üben, bis das Wort glatt über die Lippen kommt. Fremdwörter, bei denen auch nur ein klitzekleiner Zweifel über die genaue Bedeutung besteht, unbedingt nachschlagen! Es kann sonst schnell peinlich werden, wenn einen der Dozent während des Referates korrigieren muss, weil du gerade Gefahr läufst, den Zuhörern etwas völlig Falsches zu erzählen... Beliebte Stolperwörter sind z.B.: Individualisierung, Institutionalisierung, Authentizität, Substitution,...
Probleme beim Bedienen von Overheadprojektor oder Laptop
Du weißt ganz genau, dass ein [:OverheadProjektor:Tageslicht- oder Overhead-Projektor] kein technisches Meisterwerk ist, hast so ein Ding aber noch nie bedient und willst Dir keine Blöße bei Deinem ["Referat"] geben? Frag doch am Ende einer Seminarstunde einfach mal einen hilfsbereit wirkenden Studenten, ob er Dir kurz zeigt, was man bei einem OverheadProjektor beachten muss. Vielleicht hast Du dann gleich jemanden Netten kennen gelernt. Vor der Stunde sollte man prüfen, ob die Glühlampe funktioniert und eventuell auf die oft vorhandene zweite Lampe umschalten. Die erste Folie kann schon aufgelegt und scharf gestellt werden, dann macht man den Projektor bis zum Einsatz wieder aus. Bei Deinem ["Referat"] solltest Du nach dem Anzeigen bzw. Auflegen der ersten Folien immer kurz das Publikum fragen, ob alle Deine Folien lesen können.
- Auch bei einem ["Laptop"] mit ["Beamer"] gilt: es gibt eigentlich immer jemanden im Publikum, der Dir helfen kann, alles anzuschließen. Wenn Du wirklich nicht mehr weiter weißt, frag doch einfach in die Runde, wer sich auskennt und Dir helfen kann. Wenn man sein eigenen Laptop besitzt, sollte man natürlich vor dem ["Referat"] prüfen, ob alle technischen Voraussetzungen zum Gelingen der Präsentation geklärt sind, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden (Alle Kabel eingesteckt? Datei dabei? Maus dabei? Beamer organisiert? Akku vom Laptop aufgeladen?).
Professionelle Hilfe
Ängste vor dem ["Referat"] oder der HausArbeit können durch professionelle Hilfe in den Griff bekommen werden, wenn die genannten Maßnahmen nicht ausreichen. Erste Anlaufstelle sollte die fachliche Betreuung sein - das ist ihr Job - aber wenn sie nicht ausreicht, schlecht, nicht zugänglich oder schlicht der falsche Anlaufpunkt ist oder man gar vor ihr Angst hat, dann gibt es weitere Möglichkeiten. Beispiele:
Übungskurse mit Tutoren
Man besucht einen Übungskurs, wie er zum Referat oder der Hausarbeit an der TUD von der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle ([http://www.tu-darmstadt.de/hda/ HDA]) angeboten wird, z.B. ein [http://www.tu-darmstadt.de/hda/kompass/ Vortragstraining]. Die Tutorinnen und Tutoren sind meist [http://www.tu-darmstadt.de/hda/arbeitsbereiche/studierende/index.html Studierende], das senkt oft Hürden. Gerade wenn man weiß, dass man mit einer spezifischen Form Probleme hat - z.B. Referaten - bietet sich ein solcher Übungskurs an.
Lern- oder Lesegruppe mit Kommilitonen
Man denkt oft nicht daran, aber Kommilitonen können eine professionelle Hilfe sein, sie sind Experten fürs Studieren und haben unterschiedliche Stärken, die man gegenseitig nutzen kann. Organisieren kann man dies z.B. in einer Lese-, Lern- oder Magistergruppe. Man kann sich für ein (schwieriges, interessantes, grundlegendes oder referatsbezogenes) Buch z.B. jede Woche oder alle 2 Wochen treffen und das Buch zusammen abschnittsweise lesen, Schwieriges gemeinsam klären und diskutieren. Eine Lerngruppe kommt auch für Referatsvorbereitungen in Frage, ist aber wie die Magistergruppe eher für die Prüfungsvorbereitung hilfreich bzw. umfangreichere Arbeiten wie eine HausArbeit bzw. Zwischenprüfungs-, Examens- oder Magisterarbeiten.
Psychotherapeutische Beratungsstelle für Studierende
Hilfe bekommt man kostenlos bei der [http://www.zsb.tu-darmstadt.de/oh/beratung_hochschulberatung.html#psychoberatung Psychotherapeutischen Beratungsstelle für Studierende der TUD], vom einmaligen individuellen Beratungsgespräch über mehrwöchige Gruppengespräche bis zu längerfristigen Individual- oder Gruppentherapien. Das hängt vom Grad des Problems und dem Bedarf des/der Studierenden ab. Die Institution hat langjährige Erfahrung gerade auch mit dieser Art von (kleinen) Problemen. (Was sicher zur "autodidaktischen - oder Bildungskompetenz" (Sesink) dazugehört, zu wissen, wann man wo Hilfe braucht und sie nachzufragen, ist bei vielen wohl leider noch zu Unrecht stigmatisiert.)
Coach
- Man sucht sich einen Coach, manchmal gibt es sie kostenfrei bzw. günstiger, z.B. bei Coaches in Ausbildung. In der Regel kosten sie aber Geld. Daher lohnt sich der Weg wohl in der Regel nur bei größeren Arbeiten, etwa am Studierende.
Was tun bei studiengefährdenden krankhaften Formen?
Wenn auch das nicht hilft gegen Vortrags- oder [http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,337570,00.html Prüfungspanik], wenn die Angst den Studienerfolg weiterhin massiv gefährdet oder sie in einer krankhaften Form als [http://www.furl.net/item.jsp?id=14111576 Depression] oder "Angststörung" auftritt, z.B. als [http://www.furl.net/item.jsp?id=14442712 "generalisierte Angst"], dann sollte man einen Spezialisten aufsuchen. Die [http://www.zsb.tu-darmstadt.de/oh/beratung_hochschulberatung.html#psychoberatung Psychotherapeutischen Beratungsstelle für Studierende der TUD] kann hier eine erste Anlaufstelle sein, um den Bedarf festzustellen und einen Spezialisten zu finden.
Praktische Erfahrungen
Hier bist du eingeladen, von eigenen Erfahrungen und Tipps zu berichten.
fishing for compliments
Wenn ich mit ein oder zwei Anderen ein ["Referat"] halte, versichern wir uns unmittelbar vor Beginn, dass wir super vorbereitet sind, dass wir das locker schaffen werden und dass es gar nicht schief gehen kann! Also ein bisschen "fishing for compliments"!
Entspannungsübung
Eine andere gute Art die Nervosität in den Griff zu bekommen liegt in der Entspannungsübung. Ein Beispiel: Wenn man Angst hat, verspürt man zugleich eine gewisse Anspannung im Körper und diese nutzt man. Glieder und Muskeln werden ganz stark angespannt, so dass man sich verkrampft und ganz steif wird. Diesen Zustand hält man kurz an und lässt dann die Spannung los bzw. aus dem Körper weichen. Auf das Gefühl der Anspannung folgt ein Gefühl der körperlichen Entspannung und es beruhigt. Wenn man das vor dem Vortrag durchführt geht man etwas entspannter und ruhiger in die Situation.
Spaziergang oder Joggen
Die Entspannung spielt, wie eben angesprochen, eine wichtige Rolle. Man sollte sich nicht bis zur letzten Minute vorbereiten, sondern zumindest die letzte Stunde vor dem Vortrag versuchen zu entspannen, z.B. durch einen Spaziergang.
- Hi! Ja, ein Spaziergang ist die beste Entspannung vor dem Vortrag, aber ich habe auch einen anderen Vorschlag. Immer wenn ich ein Referat halten soll, stehe ich früh morgens auf und jogge. Dann dusche ich und bin total entspannt!
Hi!! Die Ängste vor einem Referat sind in der Regel auf ein Misserfolgserlebnis zurückzuführen. Dieses resultiert oft nicht aus Fähigkeitsdefiziten, sondern schlechter Vorbereitung. Um Ängste vor dem ["Referat"] zu überwinden sollte man erst einmal - soweit möglich - den Gedanken "ich kann das halt einfach nicht" aus dem Kopf verdrängen.
Offenheit mit Nervosität
- Ich empfinde es als hilfreich, wenn man unmittelbar vor Beginn eines ["Referat"]es dem Publikum ganz offen sagt: "Sorry wenn ich mich verhaspele oder zu schnell spreche - ich bin gerade etwas nervös!" So hat man quasi vor allen Leuten zugegeben, dass man aufgeregt ist - aber was man laut sagen kann, macht man sich in diesem Moment auch bewusst (man steht ehrlich dazu) und dann ist die Nervosität nur noch halb so schlimm.
Wohin mit den Händen?
Wenn man nicht weiß, wohin mit den Händen, dann kann man einen Stift in die Hand nehmen und sich so zusagen an ihm 'festhalten'. Das beruhigt viele schon. Es sollte vielleicht kein Kugelschreiber sein, auf den man dann (aus Nervosität) immer wieder draufdrückt
Bitte die Hände nicht in den Hosentaschen verschwinden lassen, das wirkt meist desinteressiert.
Diskussion
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